Mit seinem reduzierten und auf den zweiten Blick detailreichen Koch- und Arbeitstisch gewann der Tischlergeselle Janis Raphael Kappel den Sonderpreis «Beschlag» am diesjährigen Gestaltungswettbewerb «Die Gute Form».

Als Stifter des Sonderpreises «Beschlag » hat OPO Oeschger dem Gewinner einige Fragen über sich und das Gewinnermöbel gestellt.

OPO: Wenn man Ihre Freunde fragen würde: Wieviel von Ihnen steckt in diesem Tisch?
Janis Raphael Kappel: Wie der Tisch, der zunächst ganz einfach wirkt, bin auch ich auf den ersten Blick eher ruhig, und mein Charakter erschliesst sich eher auf den zweiten Blick. Daher habe ich versucht, ein Möbel zu bauen, das sich erst beim genauen Hinschauen offenbart und seine Details zu erkennen gibt. Und natürlich ist Kochen eine sehr grosse Leidenschaft von mir.

Was ist einfacher – solch ein persönliches Möbelstück zu bauen, oder ein anonymes, rein zweckgebundenes?
Man stellt sich immer vor, wer das Möbel benutzt. Von daher ist das nie anonym. Aber hierbei kannte ich die Anforderung sehr genau: Eine kompakte, flexible Arbeitsplatzerweiterung für das Kochen mit Freunden. Daraus habe ich mit viel Herzblut etwas gebaut, das ich mein Leben lang benutzen werde.

Welchen Einfluss hatten die Edelstahlbeschläge auf den Entwurf ?
Sie haben geholfen, mich zu einer bewusst schlichten Form zu zwingen. Ich habe die Beschläge wie das komplette Stück selbst entwickelt. Wichtig war zunächst, dass sie sehr stabil sind und wenig Platz benötigen. Das Material nimmt Bezug auf die Edelstahlablageflächen, und Ihre zusätzliche Funktion als Handtuchhalter zeigen sie passenderweise erst, wenn man sich etwas genauer mit dem Tisch beschäftigt.

Wie geht es jetzt weiter für Sie, und haben Sie einen beruflichen Traum?
Erstmal freue ich mich darauf, mit dem Rad nach Portugal zu fahren. Danach folgt eine Weiterbildung zum Holztechniker und die Vorbereitung zur Meisterprüfung, denn ich träume von einer eigenen Tischlerei. Ich könnte mir aber auch vorstellen, Bildhauerei zu studieren und eine Ausbildung zum Werklehrer an der Waldorfschule zu machen.

SCHLICHTE FUNKTIONALITÄT MIT LIEBE ZUM DETAIL

Bei der diesjährigen Internationalen Handwerksmesse in München bewarben sich 20 junge Berufsleute aus 12 Bundesländern mit ihren Gesellenstücken um die Auszeichnung «Die Gute Form 2018». Janis Raphael Kappel aus Niedersachsen wurde von der Jury nicht nur für die durchdachten Details seines Entwurfes gelobt – der durchdachte Edelstahlbelag seines Kochund Küchenarbeitstisches brachte ihm den Sonderpreis «Beschlag».

Fotos: art-pix.com, Andrea Janssen-Hannover, TSD

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