Was tut der kreative Geist, wenn ihm langweilig wird? Genau: Er (oder natürlich sie) schaut sich um und sucht nach Alltagsgegenständen, denen er (oder eben sie) seine/ihre Handschrift verleihen kann. Kaffeemaschinen sind dahingehend ein gutes Beispiel. Oder Kommunikationsgerätschaften.

Und offenbar gehören auch Vogelbehausungen neuerdings zu den beliebten Objekten einer Interpretation. Es scheint als bliebe der geschulte DesignerInnen-Blick fast zwangsläufig irgendwann einmal an einem Vogelhäuschen haften. „Vogelhäuschen“, schiesst es ihm oder ihr augenblicklich durch den Kopf , „das lässt sich verbessern!“

Und weil das Blicke-schweifen-lassen unter Kreativen verbreitet ist, erleben ebendiese Vogelhäuschen eine wahre Renaissance.  Galten sie einst als Inbegriff von Spiessertum und Biederkeit, sind die Piepmatz-Immobilien heute durchdacht konstruiert und chic inszeniert. Beispiele gefällig?

Solar-Vogelhaus von http://oooms.nl

Auf den ersten Blick konventionell, offenbart das „Solar Vogelhaus“ von oooms erst auf den zweiten sein Geheimnis. Das auf dem Dach des Holzhäuschen montierte Solarpanel liefert die Energie, um die Sitzstange in der Nacht leuchten zu lassen. Hübsch anzuschauen für den Menschen, dem tagaktiven Vogel indes wohl piepegal. Ein Gag halt.

Für alle Vogelfreunde, deren urbaner Lebensraum weder Garten noch Balkon aufweist, hat die Designerin Emilie Cazin eine passende Lösung entwickelt: Das „Birdhouse“ stellt dank langer, verästelter Halterung eine Verbindung zwischen der menschlichen Behausung und der umgebenden Natur her. Man muss sich das vorstellen: Wie hübsch sähen ganze Strassenzüge in den Innenstädten aus, wenn statt Satelliten-Schüsseln solch hölzerne Vogelbehausungen vor den Fenstern hingen!

 

Birdhouse von http://www.emiliecazin.com

Vögel füttern und gleichzeitig Design geniessen – das gewährleistet die stylische „Piepschau“  des deutschen Labels Stadtnomaden. Das Design stammt von Oliver Kraft.

Piepschau von www.stadtnomaden.de

Eine Begegnungsstätte der besonderen Art ist auch der „Barcelona Bird Pavilion“ aus der Feder der dänischen Designerin Monique Engelund. Aus robustem Akazienholz gefertigt, ist es eine Nachbildung von Mies van der Rohes Pavillon  aus dem Jahre 1929.

Barcelona Bird Pavilion von http://www.moniqueengelund.com

Beide Stücke erfreuen sowohl das menschliche Auge als auch den tierischen Schnabel. Wem der Sinn überhaupt nicht nach Werken steht, dem dürfte das Modell „Pic-Nic“ der Schweizer Designerin Anne Bachmann zusagen. Das Futterhäuschen aus Holz braucht weder Baugenehmigung noch Werkzeug: Einmal aufgeklappt, lässt es sich an jedem Balkongeländer festklemmen – und bei allenfalls ausbleibendem Besuch spurlos wieder entfernen.

Klapp-Chalet Pic-Nic von http://annebachmann.ch

Dem Umstand, dass Vögel zuweilen in Scharen auffliegen, wird die amerikanische Firma The Garden Decor mit dem Modell „Americana Bird Village“ gerecht: Acht Appartements beinhaltet diese Siedlung in typisch patriotischem Look.

Mehrfamilien-Vogel-Siedlung von http://www.thegardendecor.com

Da sieht man mal wieder: Es lohnt sich alleweil, beim Spazierengehen den Kopf gen‘ Himmel zu recken – nicht nur für Designer.

 

Haben Sie selber einen Alltagsgegenstand neu interpretiert?

Dann nützen Sie die Gelegenheit und stellen Sie Ihre Kreation im OPO-Blog vor. Wir sind gespannt auf Ihre kreativen Beiträge!

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