Ankündigung Bundesfinale „Die Gute Form 2016“ auf der IHM in München

Ankündigung Bundesfinale „Die Gute Form 2016“ auf der IHM in München

„Die Gute Form 2016“ – Ein Gestaltungswettbewerb mit hoher Anziehungskraft. Tischler Schreiner Deutschland und OPO Oeschger präsentieren vom 24. Februar bis 1. März das Bundesfinale auf der Internationalen Handwerksmesse in München.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der beigefügten Pressemitteilung.

Die Fahrradnabe unterm Esstisch

Die Fahrradnabe unterm Esstisch

Phil Imhausen mit seinem Gesellenstück

Foto: Tischler Schreiner Deutschland

Das Gesellenstück „Abraham-Esstisch“ wurde an der LIGNA gleich doppelt ausgezeichnet. Nebst dem dritten Platz im Bundesentscheid der „Guten Form“ erhielt Phil Imhausen auch den Sonderpreis Beschlag zugesprochen. OPO Oeschger wollte als Stifter des Sonderpreises ein bisschen mehr über den Gesellen und sein Siegerstück erfahren:

Ihr Esstisch ist ein sehr persönliches Stück. Wie ist diese Idee zustande gekommen?

Es fing mit einer vom Sturm entwurzelten Kirsche aus unserem Dorf an. Ich ließ sie im Sägewerk aufschneiden und stapelte sie zum Trocknen auf. Seit diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich mein Gesellenstück aus diesem Baum bauen wollte.

Da es aus ergonomischer Sicht gesünder ist auf dem Boden zu Sitzen und meine Frau und ich diese Essenskultur schon länger praktizieren, wählte ich einen Esstisch nach japanischem Vorbild in niedriger Bauweise. Um die natürliche Schönheit des Holzes zu wahren, habe ich zwei lediglich handgehobelte Bohlen als Tischplatte genommen.

Als filigranen Kontrast zu dem wuchtigen Tisch entwickelte ich einen schlichten Schubkasten, besser gesagt Drehkasten, mit einer neuartigen Aufhängung.

Animation Abraham-Esstisch

Diese neuartige Beschlags-Lösung hat Ihnen den Sonderpreis eingebracht. Können Sie mehr darüber verraten?

Da ich als Tischplatte zwei luftgetrocknete, nicht verleimte Bohlen gewählt habe, konnte ich nur einen Beschlag wählen, der das zu erwartende Arbeiten des Holzes zulässt und trotzdem einwandfrei funktioniert. Aufhängung und Verriegelung liegen in der gleichen Achse, weil das achsiale Arbeiten des Holzes nahe null liegt. Einen Drehbeschlag habe ich gewählt, um nur einen Aufhängepunkt an der Tischplatte zu haben und das Holz arbeiten lassen zu können, ohne die Funktion des Beschlags zu behindern.

Für einen großen Bedienungskomfort wird der Drehkasten per Knopfdruck von einer Escheblattfeder herausgedrückt und an einem Magnetanschlag gehalten. Die Drehaufhängung ist eine recycelte Fahrradnabe, Auslöser und Anschläge sind aus Holz.

Als gestalterisches Extra sind Auslöser und Drehpunkt in Ebenholz auf der Tischplatte visualisiert.

Was bedeutet der Erfolg am Wettbewerb „Die Gute Form“ für Sie?

Die Ehrung ermutigt mich an nachhaltiger und außergewöhnlicher Tischlerkunst festzuhalten und immer neue ungewöhnliche Dinge zu wagen. Es bestärkt mich auch darin,  mich eventuell in entfernterer Zukunft mit meiner Idee selbstständig zu machen.

In der Rückschau, wie würden Sie die Qualität Ihrer Ausbildung im Gewerk beschreiben?

In meiner Ausbildung wurde viel Wert auf qualitativ hochwertiges, fachlich richtiges und eigenständiges Arbeiten gelegt. Das alles spiegelt sich in meinem Gesellenstück wieder.

Welcher Stellenwert kommt dabei dem Ausbildungsbetrieb zu?

Der Ausbildungsbetrieb hat den Grundstein zu dieser Arbeitsweise gelegt, ich habe es verinnerlicht und mit meinen eigenen Ideen und Überzeugungen verfeinert.

Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die sich für eine Ausbildung zum Tischler interessieren?

Sie sollten sich einen Betrieb aussuchen, der ihnen zusagt. Sie sollten Interesse am Beruf haben und sich auch neben Berufsschule und Betrieb damit beschäftigen, Gelerntes hinterfragen, die Werkstoffe verstehen und das Verstandene beim Arbeiten berücksichtigen.

Wie sehen Ihre Pläne für die nähere berufliche Zukunft aus?

In der näheren Zukunft werde ich erst noch Berufserfahrung sammeln. In ein paar Jahren werde ich vielleicht den Tischlermeister machen und meine eigenen Ideen an den Mann bringen.

Die Fahrradnabe unterm Esstisch

Doppelter Erfolg für „Abraham-Esstisch“

Phil Imhausen - Esstisch

Foto: Photodesign Stephan Geiger, Köln

Über den diesjährigen Sonderpreis Beschlag im Wert von 500 Euro, den OPO Oeschger als exklusiver Mitausrichter stiftet, darf sich Phil Imhausen aus Nordrhein-Westfalen freuen. Sein von der japanischen Esskultur inspirierte „Abraham-Esstisch“ überzeugte die Jury durch die individuell entwickelten Beschlags-Lösungen.

Animation Abraham-Esstisch

Die Jury-Begründung im Wortlaut:
Ausgeklügelte Technik, handwerkliches Geschick, Originalität und Funktion sind Kriterien für den Sonderpreis Beschlag, die im Gesellenstück von Phil Imhausen punktgenau umgesetzt sind. Der von ihm entwickelte Dreh- und Schließmechanismus zeigt einen eigenständigen Ansatz, der funktional über- zeugt. Drehpunkt und Auslösehebel sind gleichermaßen gestalterisches Element. Zwei versteckt unter der Tischplatte untergebrachte Brettchen sind durch einfache Winkelauflagen und einen Federmecha- nismus gehalten. In Verbindung mit den Drehbeschlägen erweitern sie den urwüchsigen Tisch zu einem ungewöhnlichen Gesellenstück.

Phil Imhausen mit seinem Gesellenstück

Foto: Tischler Schreiner Deutschland

Damit nicht genug: Phil Imhausens Gesellenstück brachte ihm auch den hervorragenden dritten Platz im Bundesentscheid ein. Die technisch hochwertige und raffinierte Verarbeitung überzeugte die Jury ebenso wie die „haptische Erlebnisqualität der vermeintlichen Ungenauigkeiten“.

Die drei Erstplatzierten

Strahlende Sieger: Emmeran Bürgel (2. Platz), Franz Leonard Sommer (Bundessieger) und Phil Imhausen (3. Platz) – Foto: Meiko Janke, art-pix.com für TSD

Der Bundessieg ging an Franz Leonhard Sommer, dessen „Wäscheschrank“ die Jury mit die souveräner Massivholzkonstruktion, traditionellen Elementen und einer frischen, zeitgeistigen Anmutung beeindruckte.

Ebenfalls aus Bayern stammt Emmeran Bürgel, dessen Sekretär mit dem zweiten Platz belohnt wurde.

Birger Peters und Tobias Schauhoff – Schleswig-Holstein

Birger Peters und Tobias Schauhoff – Schleswig-Holstein

Birger Peters - TV-Möbel

Foto: Birger Peters

TV-Möbel von Birger Peters

Eiche/Glas
B 240 cm  / H 48 cm / T 45 cm

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Peter Böhrnsen
Gerhardstraße 11
24768 Rendsburg
Tel.: 04331 789500
Fax: 04331 789504

Die Kernaussage meines Gesellenstücks soll definitiv „Less is more“ sein. Ich wollte mit möglichst wenig Mitteln ein stilvolles und edles Möbel ohne viele sichtbare Details bauen.

Begründung der Jury Schleswig-Holstein:
Die Jury überzeugt das schlichte und zeitlose Design. Der zurückgesetzte Sockel, verbunden mit der dezenten LED-Beleuchtung lässt das Möbel optisch schweben.

 

Tobias Schauhoff - TV-Möbel „Bretterstapel“

Foto: Tobias Schauhoff

TV-Möbel „Bretterstapel“ von Tobias Schauhoff

Esche
B 140 cm / H 49 cm / T 60 cm

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Giese
Lange Reihe 20
24103 Kiel
Tel.: 0431 95368
Fax: 0431 96076

Mein ‚Bretterstapel‘ ist auf den ersten Blick nicht als Möbel erkennbar und dennoch vielseitig nutzbar. Ich habe es als TV-Möbel konstruiert. Es kann aber auch in der Mitte des Raumes stehen. Im Innenraum habe ich eine technische Raffinesse versteckt: Die Beleuchtung wird durch einen leichten Wisch über den Sensor bedient.

Begründung der Jury Schleswig-Holstein:
Das Thema Holz wurde in diesem Möbel kreativ umgesetzt. Der Verzicht auf sichtbare Beschläge unterstützt den interessanten Gesamteindruck.

Robert Mauersberger und Robin Völkel – Sachsen

Robert Mauersberger und Robin Völkel – Sachsen

Robert Mauersberger - Bar

Foto: Robert Mauersberger

Bar von Robert Mauersberger

Zwetschge/MDF
B 60 cm / H 110 cm / T 60 cm

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Konrad Fenzl
Glockenklanger Straße 32
08349 Johanngeorgenstadt
Tel.: 03773 882008
Fax: 03773 882190

Meine Bar ist als freistehendes, rollbares Einzelmöbel konstruiert. Sie besitzt eine Servierfläche und vier Etagen mit Extras, wie ein Schneidebrett, Einfräsungen für Gläser und ein waagerechtes Weinlager mit ausgelegtem Filz.

Begründung der Jury Sachsen:
Kompakt und platzsparend – so offenbart sich die Bar von Robert Mauersberger. Der starke Kontrast zwischen weißen Flächen und Zwetschge macht das Möbelstück interessant und den Betrachter neugierig. Geschickt wurden Linien aufgenommen und fortgeführt, die geometrische Struktur suggeriert verborgene Ebenen. Auf engstem Raum wurde durch raffinierte Kombination alles untergebracht, was eine kleine Bar benötigt.

 

Robin Völkel – Wandhängendes Sideboard

Foto: Marco Sladek

Wandhängendes Sideboard von Robin Völkel

Ahorn/MDF/Glas
B 160 cm / H 66 cm / T 50 cm

Ausbildungsbetrieb:
Hofmann & Großmann GmbH
Rathenaustraße 12
01458 Ottendorf-Okrilla
Tel.: 035205 599070
Fax: 035205 599079

Mein Sideboard habe ich vierteilig gestaltet: Links eine Tür, daneben ein Teil mit Schubkästen mit klassischer Führung und ein Regal mit Besteckkasten-Einsatz – rechts die dekorative Glasvitrine. Die verschiebbare, rubinrote Tür trennt und verbindet beide Seiten des Möbelstücks. Sie läuft auf verdeckten Schienen.

Begründung der Jury Sachsen:
Robin Völkel ist das Experiment Materialmix souverän gelungen. Die grundlegend verschiedenen Komponenten fügen sich fließend zusammen und ergänzen sich harmonisch. Sowohl Gestaltung und Proportionen als auch die handwerkliche Ausführung ergeben ein stimmiges Gesamtbild.