Schuhgestelle – Wider den Einheitsbrei!

Schuhgestelle – Wider den Einheitsbrei!

Meist fristen sie ja ein stiefmütterliches Dasein irgenwo in einer dunklen Ecke, lieblos aufgestellt, mehr Zweck denn Stil. Muss nicht sein. Schuhgestelle dürfen durchaus so inszeniert sein, dass sie als Möbelstück wahrgenommen werden. Vorausgesetzt natürlich, das ebenda zwischengelagerte Schuhwerk taugt halbwegs als Ausstellungsstück. Staubige Bergschuhe und matschbeschlagene Gummistiefel bleiben erweil lieber vor der Tür…

Der Schweizer Designer Thomas Walde hat sich auf das besonnen, was dem urbanen Zeitgenossen wichtig ist: Sein Rad und seine Sneaker – und vielleicht noch das eine oder andere Buch. Simpel aber ein absoluter Blickfänger, dessen Masse von fast zwei Metern Breite und über eineinhalb Metern Höhe indes den passenden Raum – am besten ein Loft – erfordern.

www.postfossil.ch

Kaum zu übersehen ist auch dieses Schuh-Sideboard des deutschen Designers Matthias Furch. Die vom Rahmen aus Eichenholz eingefasste Nylonbürste krallt sich alles, was ihr zu Nahe kommt – mit Vorliebe Schuhe. „Kick it“ lässt das Schlappen ausziehen zu einem Vergnügen werden. Und ein wenig sportliche Aktivität ist auch noch damit verbunden.

www.planzwei.net

Wer seine Schuhe auf Sebastian Goldschmidtböings Schuhregal steckt, der sollte diesen zuvor wohl eine rudimentäre Glazpflege zukommen lassen. Denn das für verschiedene Designpreise nominierte und aus Holzstäben gefertigte Stück kaschiert keinen Schmutz. Dafür wirkt es zugleich als Belüftung und Schuhspanner.

www.goldschmidtboeing.com

Wohin mit den Kinderschuhen? Statt diese einfach im Flur und Kinderzimmer herumliegen zu lassen, empfiehlt sich beispielsweise diese Standkonstruktion aus Japan, mit der sich wohl Sohnemann und Tochter dazu bewegen lassen, ihre Treter ab und zu geordnet aufzubewahren. Versehen mit lustigen Sujets wie Tierköpfen passt das Teil sogar ins Kinderzimmer.

www.mysweetmuffin.com

Wer nun denkt, bloss Designteile, die durchaus ihren Preis haben, würden sich für eine anständige Schuhaufbewahrung eignen, der irrt gewaltig. Es geht auch supergünstig. Praktisch, clever und aus Holz: Die gute alte normierte und beamtendeutsch „EN 13698-1″ genannte Europoolpalette. Es empfiehlt sich ein eher rustikales Zuhause, damit diese Konstruktion, die beliebig erweiterbar und farblich individuell zu gestalten ist, auch wirklich ideal zu Geltung kommt.

 

Und wenn wir schon bei preisgünstigen aber guten Ideen sind: Da gibt es doch tatsächlich Menschen – vorab weiblichen Geschlechts – die hängen sich ihre Schuhe einfach in den Türrahmen. Da braucht es nicht einmal Werkzeug, um sich dieses Schuhregal zu zimmern. Allerdings bleibt bei dieser Lösung zu hoffen, dass Erschütterungen durch im oberen Stockwerk umherlaufende Nachbarn ausbleiben…

www.shelterness.com

Ob nun ausgefallen oder dezent, klassisch in einem Schrank aufbewahrt oder mutig offen präsentiert: Schuhe verdienen es, gepflegt und stilvoll aufbewahrt zu werden. Designern, Tischlern und Schreinern auf alle Fälle bietet sich bei diesem Thema ein absolut kreatives Tummelfeld.

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Treppauf, treppab – für einmal ganz elegant!

Treppauf, treppab – für einmal ganz elegant!

Mit Füssen getreten, verstellt, tausendfach benützt und trotzdem kaum beachtet: Treppen fristen häufig ein undankbares Dasein. Dabei kommt ihnen eine unglaublich wichtige Rolle zu. Denn ohne Stufen und Stiegen wäre manch Hindernis nicht zu bewältigen, kaum ein Stockwerk vom darunterliegenden aus erreichbar. Darum hier und jetzt: Ein paar gelungene Beispiele für Treppen in – zugegebenermassen – grosszügigen Raumverhältnissen.

Schlicht, schlank, schön: Die Niederländer Servie Boetzkes und Jeroen Helder versuchen gar nicht erst, die Treppe als etwas anderes zu inszenieren, als sie ist. Da kommt man gar nicht in Versuchung, zwei Stufen auf einmal zu nehmen. Und im Ohr klingt stetig Led Zeppelins Klassiker „Stairway to heaven“...

boetzkeshelder.nl

Nicht minder schlicht, dafür aber weit rustikaler, die Lösung von Webber + Studio aus Texas. Die einzelnen Stufen, die wie liegende Stelen aus der Wand ragen, haben etwas erhabenes an sich. Da verliert die Aufforderung, „du setzt dich jetzt mal unter die Treppe“, so wie wir sie aus Kindertagen vielleicht noch kennen, ihre ganze Drohkraft.

webberstudio.com

Trittsicherheit und ein Faible für Anatomie erfordert dieses einer Wirbelsäule nicht unähnliche Exemplar von Gerriet – Créateur d’escaliers – aus Frankreich. Die einzelnen Trittbretter wurden auf einem einzigen Holm angebracht, welcher sich über die gesamte Raumbreite hinweg in die Höhe schraubt. Das gänzliche Weglassen eines Geländers verleiht dem Gerippe ein durchaus verwegenes Aussehen.

gerriet.com

Ebenfalls eine beachtliche Windung – einmal um die eigene Achse – vollzieht die Wendeltreppe des Belgiers Sébastien Boucquey. Mit der Einbringung von Schachtelelementen ermöglicht der Designer neue Nutzungsmöglichkeiten.

jo-a.eu

Gleich eine ganze Batterie an Ablageflächen bietet diese Treppe von Massimo Fiorido Associati. Die seitwärts und unterhalb der Stufen angebrachten Regale machen die Stockwerkverbindung namens „Sundaymorning“ zu einem einmaligen Möbelstück und  Blickfang.

massimofiorido.it

Einen königlichen Auftritt – oder Abgang – garantiert die geschwungene Treppe des japanischen Architekturbüros Nadamoto Yukiko. Auch hier drängt sich angesichts der Vielzahl von Steighilfen in einem einzigen Raum ein Vergleich auf: Tritt nicht auch Alice, auf ihrem Weg ins Wunderland, über solch ein Konstrukt in die Unterwelt ein?

ne.jp

Und schliesslich noch ein Beispiel, welches vor allem bei Menschen mit latenter Höhenangst gut ankommen könnte. Das Büro SoHo aus Memmingen/D stellt den Aufgang quasi auf den Kopf – oder hängt ihn vielmehr an die Decke. Dadurch entstehen Seitenwände, welche einen Seitenblick nach unten verunmöglichen. Dafür hat der Treppensteiger das Gefühl, er steige über eine gedeckte Gangway seinem Flugzeug entgegen.

soho-architektur.de

Die aufgeführten Beispiele belegen eindrücklich, dass Treppen das Zeug haben zu mehr als profanen Niveaubezwingern.

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Die Garderobe – viel Raum für Phantasie

Die Garderobe – viel Raum für Phantasie

Sie rangieren in ihrer Erscheinung häufig nicht weit vor dem Kellerabteil oder der Vorratskammer: Garderoben. Praktisch müssen sie sein, in erster Linie – und möglichst wenig Platz für sich beanspruchen. Ob dieser Prämisse geht häufig vergessen, dass Garderoben viel Raum für Phantasie bieten – und tolles Design.

Ein absoluter Hingucker auf alle Fälle ist diese Holznagel-Garderobe von Freimeister: Das rudimentäre Raumaccessoire überrascht nicht nur in der Wirkung von Holz, das in ein stabileres Wandmaterial eindringt, sondern überzeugt richtig platziert auch durch Stabilität und individuelles Arrangement.

Minimal, optimal, phänomenal

Einer Liebeserklärung an den klassischen Kleiderbügel hingegen kommt die Garderobe von Pinwu gleich. Die gesamte Winter- und Sommergarderobe lässt sich daran bestimmt nicht aufhängen – wer allerdings lediglich über ein paar saubere Hemden verfügt und diese auch noch gleich stilecht inszenieren will, der wird an „Matching-B“ seine wahre Freude haben.

Quelle: pinwu.net

Weit mehr Kapazität als das vorangehende Beispiel weist nachfolgende Garderobe aus Belgien auf. „Piano“ ist gedacht für schmale Flure und Korridore, denn die einzelnen Hakenelemente lassen sich bei Nichtgebrauch einklappen. Das ist praktisch – und sieht mehr als nur gut aus! Fragt sich lediglich, weshalb man eine Garderobe braucht, wenn man daran keine Kleider aufhängen will.

Quelle: feld.be

Vollends zum Objekt wird die Garderobe, wenn das dänische Label Signalement zu den MDF-Platten greift! Schlicht in der Form, mit relativ grossem Fassungsvermögen, kann man sich dieses Modell durchaus in einem Loft oder einem breiten Flur vorstellen; Hauptsache, das Exemplar aus der „Tank“-Kollektion hat viel Luft um sich rum. Als kommune Garderobe in einem schlecht beleuchteten Flur hingegen empfiehlt sich das Design-Teil hingegen kaum.

Der Schweizer Designer Andreas Saxer hat sich bei seiner Arbeit von den chinesischen Essstäbchen inspirieren lassen. „Chop Stick“ ist seiner Erscheinung und seiner Einfachheit wegen preisgekrönt und bietet sich als Lösung vorab im Schlafzimmer an.

Selbiges gilt auch für Jakob Joergensens „Knock Down-Cloth Rack“. Die auf das Wesentliche Reduzierte Garderobe wird zusammengesteckt und kann so je nach Lust und Laune permanent neu ausgerichtet werden.

Und zum Schluss noch die Garderobe aus dem Schweizer Atelier Oï. „Plus“  bietet sich an, wenn nicht bloss eine Wand fürs Aufhängen von Mänteln und Jacken ausgerüstet werden muss, sondern die Schaffung eines Umkleideraums ansteht. Bank, Blickschutz und Leuchte bilden eine Einheit, die aus jeder Garderobe einen Ort macht, an dem man gerne einen Augenblick länger verweilt, als das Ablegen der Kleider erfordert.

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Wer sagt denn, Bücher gehören ins Bücherregal, Deckel an Deckel?

Wer sagt denn, Bücher gehören ins Bücherregal, Deckel an Deckel?

Längst haben Designer und Schreiner die Möglichkeiten entdeckt, welche die Aufbewahrung von gebundener Literatur ihnen gestalterisch bietet. Der Kreativität entspringen innovative, aufregende, skulpturale, brauchbare – und weniger brauchbare Bücherhorte.

Lesen wie einst in der Höhle

An jene Zeiten, als wir noch im Licht der Taschenlampe unter der Decke heimlich in die Nacht hineinlasen, gemahnt Sakura Adachis Cave-Regal.

Quelle: sakurah.net

Allerdings bedingt die Konstruktion einiges an Freifläche, damit sie auch wirklich zur Geltung kommt. Selbiges gilt auch für Nils Holger Moormanns „Easy Reader“ – eine Lektürenschubkarre, welche von ihrem Nutzer aufgrund der harten Unterlage einiges an Sitzleder abverlangt. Schön ist die Idee so oder so. Denn das Lesemöbel ist mobil und kann so an jeden erdenklichen Platz verschoben werden, der dem Lesevergnügen dient.

Quelle: moormann.de

Und gleich noch eine Kombination, welche Sitzen und Lesen miteinander verknüpft: Der Bücherring der russischen Designerin Irina Zhdanova. Über die Funktion als Eye-Catcher lässt sich hierbei kaum streiten – über die Praxistauglichkeit wohl schon eher. Man will sich nicht ausmalen, was passiert, wenn das Ding mal ins Rollen kommt – mitsamt seines Inhaltes…

Quelle: mitstil.com

Des Tischlers Herzen höher schlagen lassen könnte diese Möglichkeit der Bücherlagerung hier: Ein Kaffeetisch mit verschiebbarer Auflagefläche und Hängevorrichtung für die Lieblingslektüre. Vorstellbar in allen Grössen, in verschiedenen Materialien –  Hauptsache, der Tisch verbindet Funktionalität mit Praktikabilität.

Wessen Bibliothek nicht allzu umfangreich ist, dem könnte auch die Bücherwippe aus Japan gefallen. Allerdings ist hier darauf zu achten, dass schwere und seichte Literatur sich  stets in etwa die Waage halten. Ein Hingucker ist die Holzwippe allemal, egal, ob sie nun im Gleichgewicht schwebt oder auf einer Seite zur Schwerfälligkeit neigt.

Quelle: bcxsy.com

Soviel zum Thema skulpturale Bücheraufbewahrung. Da die meisten Lektüren aber nach wie vor irgendwie und irgendwo entlang einer Wand gelagert und präsentiert werden, hier noch ein paar interessante Beispiele, wie Schmöker und Weltliteratur stilvoll in Szene gesetzt werden können.

Aufgehängt, gestapelt und gehörnt

Als da wäre unser Favorit – weil genauso einfach wie originell: Der „Poet’s Book Hanger“ des Dänen Jakob Jorgensen. Bücher werden über filigrane Holzstile gehängt, grad so, als ob es Wäsche zu trocknen gälte. Bietet sich für Taschenbücher an, die nicht allzu schwer sind. Geheime Botschaften oder gar Notizen, die vor dem Rest der Welt verborgen bleiben sollen, sollten in derart lose gelagerten Büchern allerdings nicht aufbewahrt werden…

Praktisch für Wenigleser und Wenigleserinnen ist auch dieses, einem Nistkasten nachempfundene Bücherhäuschen. Die gesammelten Werke finden auf einem Tablar platz, derweil das gerade in Abarbeitung befindliche Buch bei Nichtgebrauch aufs Dach gelegt werden kann. Denn der Giebel dient zugleich als Lesezeichen und beendet die Ära der Eselsohren ein für allemal!

Und zum Schluss noch ein Tipp für all jene, bei denen die Aussicht auf eine spannende Lektüre den Jagdinstinkt auslöst. Realisierbar auch mit Zwölfendern und anderem Gehörn – wenn denn ein Jagdschein vorhanden ist. Ansonsten gibts die aussergewöhnliche Ablage auch im Handel zu erwerben.

 

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Holzbauten: Von der Hütte zum Hochhaus

Holzbauten: Von der Hütte zum Hochhaus

Sie stechen immer mal wieder hervor zwischen all den Betonburgen: Holzhäuser. Gefertigt aus einer nachwachsenden Ressource, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bauherr oder die Bauherrin Öko-Freak ist oder ganz einfach das Schöne liebt – aus Holz lassen sich architektonische Meisterleistungen vollbringen.

So stellt sich der Laie ein Holzhaus, respektive viel eher eine Holzhütte vor:

www.kiefernblockhaus.de

Und so kann es aussehen, wenn wagemutige Architekten anpacken, wie der Amerikaner Robert Harvey Oshatz:

http://www.oshatz.com

Seine 2005 fertiggestellte Fennell Residence in Portland verbindet Holz und Glas auf spektakuläre Art und Weise.

Dem Werkstoff Holz wird eine hohe Dämmeigentschaft zugeschrieben, sodass im Innern des Hauses Hitzeperioden kühl überstanden und Kältewellen wohlig warm genossen werden können. Und Holz ist – obwohl biologisch abbaubar – von langer Lebensdauer. In ägyptischen Pyramiden wurden schon hölzerne Grabbeigaben entdeckt, die über 3500 Jahre alt waren.

Und von wegen Sicherheit, respektive Brandgefahr: Holz entzündet sich erst bei gut 270 Grad Celsius, da zuerst sämtliches Wasser, das in ihm enthalten ist, verdampfen muss.

Neben ökologischen und ökonomischen Gründen können auch Farb und Form für den Hausbau in Holz sprechen. Rund um den Globus gibt es Beispiele gelungener Holzarchitektur. Beispielsweise vom japanischen Architekturbüro Sou Fujimoto.

http://www.archicentral.com

Seit den 90er Jahre hat sich der Anteil Holzhäuser in Deutschland verdoppelt. Heute ist bereits gut jedes sechste Haus aus Holz gebaut. Dank zahlreicher neuer Baustoffe, die mit den Holzbauten kombiniert werden können, sind der Phantasie beim Bau kaum Grenzen gesetzt. Zudem gehört Holz zu den Rohstoffen, die in grösserer Menge nachwachsen, als dass sie verbraucht werden. Zum Hausbau werden vor allem Fichte, Kiefer, Tanne oder Douglasie verwendet.

Schöner wohnen ganz in Holz kann man auch in Chile:

„Methamorphosis 1“ der Architekten Jose Ulloa Davet und Delphine Ding – ein renoviertes Haus aus dem Jahre 1990 – verknüpft geschickt Aussen- und Innenraum miteinander.

Holzhäuser werden heutzutage hauptsächlich industriell vorgefertigt. Dies geschieht in der sogenannten Holzrahmenbauweise. Die Bauten haben in den letzten Jahren an Hochwertigkeit und Individualität stetig zugelegt. Dabei handelt es sich, wie hier präsentiert, längst nicht bloss um Bergchalets, schwedische Blockhäuser oder amerikanische Holzvillen. Auch entdecken immer mehr renommierte Architekten die Möglichkeiten, die ihnen das Holz zur Kreation aufsehenerregender Wohnbauten bietet.

Bestes Beispiel hierfür liefert der kanadische Architekt Michael Green. Er plant in Vancouver den Bau eines 30-stöckigen Wolkenkratzers aus Holz, den Tallwood Tower.

Steht das Gebäude dereinst, dürfte es wegen seines Baumaterials zu den umweltfreundlichsten Wolkenkratzern gehören. Für die nötige Stabilität und Feuerfestigkeit sorgen eigens entwickelte und beschichtete Brettsperrholzblöcke mit kreuzweise angelegten Schichten. Das Limit sei aber noch nicht erreicht, sagt Green. „Wir können höher bauen als 30 Etagen.“ Das Holz sei noch immer ungenügend erforscht.
Für sein Projekt stellte Green aufwendige Recherchen und Berechnungen an. Damit auch andere an seinen Erkenntnissen teilhaben können, publizierte er im Internet ein Open Source Paper, das aufzeigt, wie besonders hohe Gebäude aus Holz konzipiert und gebaut werden können. Zumal für Green der Holzturm in Vancouver mehr als irgendein Projekt ist. Der Gedanke von der Menge an Energie, die es braucht, um ein Bauwerk mit „herkömmlichen“ Baumaterialien zu errichten, inspirierte ihn. Geht es nach Green, ist der Tallwood Tower nur ein Holzhochhaus von vielen, er hat mit seinem Team ähnliche Bauten etwa in Norwegen oder in Österreich am Start.
Im Höhenflug: Das Vogelhäuschen

Im Höhenflug: Das Vogelhäuschen

Was tut der kreative Geist, wenn ihm langweilig wird? Genau: Er (oder natürlich sie) schaut sich um und sucht nach Alltagsgegenständen, denen er (oder eben sie) seine/ihre Handschrift verleihen kann. Kaffeemaschinen sind dahingehend ein gutes Beispiel. Oder Kommunikationsgerätschaften.

Und offenbar gehören auch Vogelbehausungen neuerdings zu den beliebten Objekten einer Interpretation. Es scheint als bliebe der geschulte DesignerInnen-Blick fast zwangsläufig irgendwann einmal an einem Vogelhäuschen haften. „Vogelhäuschen“, schiesst es ihm oder ihr augenblicklich durch den Kopf , „das lässt sich verbessern!“

Und weil das Blicke-schweifen-lassen unter Kreativen verbreitet ist, erleben ebendiese Vogelhäuschen eine wahre Renaissance.  Galten sie einst als Inbegriff von Spiessertum und Biederkeit, sind die Piepmatz-Immobilien heute durchdacht konstruiert und chic inszeniert. Beispiele gefällig?

Solar-Vogelhaus von http://oooms.nl

Auf den ersten Blick konventionell, offenbart das „Solar Vogelhaus“ von oooms erst auf den zweiten sein Geheimnis. Das auf dem Dach des Holzhäuschen montierte Solarpanel liefert die Energie, um die Sitzstange in der Nacht leuchten zu lassen. Hübsch anzuschauen für den Menschen, dem tagaktiven Vogel indes wohl piepegal. Ein Gag halt.

Für alle Vogelfreunde, deren urbaner Lebensraum weder Garten noch Balkon aufweist, hat die Designerin Emilie Cazin eine passende Lösung entwickelt: Das „Birdhouse“ stellt dank langer, verästelter Halterung eine Verbindung zwischen der menschlichen Behausung und der umgebenden Natur her. Man muss sich das vorstellen: Wie hübsch sähen ganze Strassenzüge in den Innenstädten aus, wenn statt Satelliten-Schüsseln solch hölzerne Vogelbehausungen vor den Fenstern hingen!

 

Birdhouse von http://www.emiliecazin.com

Vögel füttern und gleichzeitig Design geniessen – das gewährleistet die stylische „Piepschau“  des deutschen Labels Stadtnomaden. Das Design stammt von Oliver Kraft.

Piepschau von www.stadtnomaden.de

Eine Begegnungsstätte der besonderen Art ist auch der „Barcelona Bird Pavilion“ aus der Feder der dänischen Designerin Monique Engelund. Aus robustem Akazienholz gefertigt, ist es eine Nachbildung von Mies van der Rohes Pavillon  aus dem Jahre 1929.

Barcelona Bird Pavilion von http://www.moniqueengelund.com

Beide Stücke erfreuen sowohl das menschliche Auge als auch den tierischen Schnabel. Wem der Sinn überhaupt nicht nach Werken steht, dem dürfte das Modell „Pic-Nic“ der Schweizer Designerin Anne Bachmann zusagen. Das Futterhäuschen aus Holz braucht weder Baugenehmigung noch Werkzeug: Einmal aufgeklappt, lässt es sich an jedem Balkongeländer festklemmen – und bei allenfalls ausbleibendem Besuch spurlos wieder entfernen.

Klapp-Chalet Pic-Nic von http://annebachmann.ch

Dem Umstand, dass Vögel zuweilen in Scharen auffliegen, wird die amerikanische Firma The Garden Decor mit dem Modell „Americana Bird Village“ gerecht: Acht Appartements beinhaltet diese Siedlung in typisch patriotischem Look.

Mehrfamilien-Vogel-Siedlung von http://www.thegardendecor.com

Da sieht man mal wieder: Es lohnt sich alleweil, beim Spazierengehen den Kopf gen‘ Himmel zu recken – nicht nur für Designer.

 

Haben Sie selber einen Alltagsgegenstand neu interpretiert?

Dann nützen Sie die Gelegenheit und stellen Sie Ihre Kreation im OPO-Blog vor. Wir sind gespannt auf Ihre kreativen Beiträge!

In meiner (Holz-)Wanne bin ich Kapitän!

In meiner (Holz-)Wanne bin ich Kapitän!

In der kalten Jahreszeiten zieht es Mensch vermehrt a) in die beheizte Stube, b) in eine gemütliche Bar, c) in die warme Wanne. Während a) und b) meist mit Gesellschaft verbunden sind, ist c) in der Regel eine eher einsame Angelegenheit. Ausser man kann sich wie beispielsweise Hugh Hefner oder Silvio Berlusconi einen Whirlpool von stattlicher Grösse leisten, in dem dann (sozusagen) gesellschaftliche Anlässe vom Stapel laufen. Weil solcherlei Platzverhältnisse und gesellschaftliche Verpflichtungen bei unsereins eher die Ausnahme sind, wenden wir uns hier und heute besser den Ein- bis Zweisitzern unter den Wonnewannen zu. Und hier hat es uns ein Modell aus längst vergangenen Tagen ganz besonders angetan: Die Holzwanne.

Wer Holzwanne sagt, denkt unweigerlich an Zuber und Bottiche. Natürlich, es gibt ihn noch, den Urtypus der hölzernen Badewanne, in dem schon unsere Vorfahren sich Sonnabends den Schmutz der Woche vom Leib gerubbelt haben.

Holzbadewanne (Quelle: holzbadewanne.eu)

 

Währschaft-rustikal lockt die Tonnenkonstruktion in Eiche zum Bade. Und notfalls lässt sich darin ganz bestimmt auch vorzüglich der eine oder andere Wein keltern.

Doch ist das Althergebrachte nicht jedermanns und jederfraus Sache. Wers denn ein bisschen eleganter haben möchte, der findet heutzutage in Handel und Netz eine breitgefächerte Palette an Alternativen zum profanen Warmwasserbottich. Holz ist auch in diesem Bereich der Innenarchitektur absolut angesagt. So pflegt das polnische Unternehmen Unique Wood Design beispielsweise eine ganze Linie mit ästhetisch gehaltenen Wannen aus heimischen und exotischen Hölzern.

Badewanne aus Bambus (Quelle: uniquewood.eu)Wanne aus Amerikanischem Wallnussholz (Quelle: uniquewood.eu

Holzbadewannen gibt es in den verschiedensten Ausführungen, sowohl was Farb und Form, als auch, was die verwendeten Holzarten anbelangt. Zum Einsatz gelangen primär harte Hölzer wie zum Beispiel Thuja, Lärche oder Kambala. Gemein ist sämtlichen modernen Modellen, dass sie aufgrund ihrer Beschaffenheit ein Maximum an Wohlgefühl zu vermitteln vermögen. Holz strahl Wärme aus. Und Holz leitet Wärme nur sehr langsam ab, womit das Badewasser länger warm bleibt.

In Sachen Liege- und Sitzkomfort im Übrigen stehen die hölzernen Wannen ihren Kolleginnen aus Stahl oder Kunststoff denn auch in nichts nach. Auf den ersten Blick eckig und kantig, verfügt beispielsweise die „Woodline“ aus der Fabrikation der Münchner Firma Agape über ein geschwungenes Innenleben – einer Chaiselongue nicht unähnlich.

Innenleben einer Holzbadewanne: Geschwungen und bequem (Quelle: agape32.de)

Für Einblicke sorgt die Bugholzwanne des Schweizer Designers Markus Farner: Ihre Seitenpartie ist aus Glas gefertigt. Das verwendete Holz wurde im Übrigen nach altbewährter Bootsbauertradition gewässert, ausgekocht und aussenrum versiegelt.

Holzbadewanne mit Seitenwänden aus Glas (Quelle: bugholzwannen.ch)

Apropos Bootsbauertradition: Wenn es um hölzerne Badewannen geht, fällt immer wieder der Bezug zum Schiffsbau auf. Am konsequentesten setzt diesen Umstand wohl die niederländische Designerin Wieki Somers in Szene.

Macht im Schilf genauso gute Figur wie im Badezimmer. Bootswanne aus Holz. (Quelle: wiekisomers.com)

Ihr „Bathboat“ aus Eichenholz und roter Zeder gleicht einem im Trockendock liegenden Boot, das darauf wartet, überholt zu werden. Wasser marsch – und schon bin ich in meiner Badewanne Kapitän!

Weiter (Hightech-)Badewannen aus Holz des Unternehmens Bagno Sasso finden Sie im Artikel „Formel-1-Technik für exklusive Schweizer Badewannen“, der im Weblog von Holzwurm erschienen ist.

dukta – Die geniale Holzkonstruktion

dukta – Die geniale Holzkonstruktion

Wer sagt denn, dass Holz ein starrer, bisweilen sturer Werkstoff sein muss? Die Zürcher Gestalter Serge Lunin und Christian Kuhn beweisen mit ihrem System dukta genau das Gegenteil. Die aus Massivholz gefertigten Elemente lassen sich in alle Richtungen verformen und verfügen somit über schon fast textile Eigenschaften.

dukta Matte (Quelle: dukta.com)

Die Idee zur geniale Züge tragenden Entwicklung kam dem gelernten Schreiner und Werklehrer Lunin und seinem Studenten Kuhn – beide an der Zürcher Hochschule der Künste engagiert – anlässlich eines Ideen-Wettbewerbs. Zwei Jahre tüftelten die Beiden in ihrer Freizeit an Einschneideverfahren herum, bis sich schliesslich ein zufriedenstellendes Resultat einstellte.

dukta Knopf (Quelle: dukta.com)

In der Fachzeitschrift Baukader erinnert sich Serge Lunin: „Wir haben viel ausprobiert und waren immer wieder überrascht, wie das Material auf die unterschiedlichen Einschnitte reagiert.“ Massgeblich zur Flexibilität der Holzsysteme tragen drei Faktoren bei: Schnitttiefe, Schnittbreite, Schnittabstand. Die gegenläufig und regelmässig angeordneten Einschnitte führen letztlich zu einer gummiartigen Konsistenz. dukta lässt sich biegen, wickeln, drehen, wenden und zum Kreis formen.

Detailansicht dukta (Quelle: dukta.com)

Bereits haben Lunin und Kuhn verschiedene Preise eingeheimst, so beispielsweise einen Anerkennungspreis von holz 21, einem Förderprogramm der Schweizer Eidgenossenschaft. Die Erfindung ist inzwischen europaweit patentiert, unter anderem soll sie in einem Kino der Zürcher Hochschule der Künste verwendet werden.

dukta Leuchte (Quelle: dukta.com)

Die dreidimensional verformbaren Holzelemente stossen aber auch bei Schmuckdesignern, Möbelbauern und Architekten und Akustikern auf regen Zuspruch. Letztere schätzen vor allem die Fähigkeit duktas, Schall erheblich zu absorbieren. Gemeinsam mit der Schreinerei Schneider AG im basellandschaftlichen Pratteln entwickeln die beiden Gestalter standardisierte Elemente, die von der Wandverkleidung über den Raumteiler, Rolläden und Schiebetüren bis zu Liegen und Lichtkörpern reichen.

Einen weiteren Schub dürften die flexiblen Holzwerkstoffplatten im Zuge des diesjährigen Designpreis Schweiz erleben. Dort ist dukta in der Kategorie Interior Design nominiert. Der Designpreis Schweiz wird am 4. November in Langenthal verliehen. Die damit verknüpfte Werkschau, in der auffallend viele Holzprodukte vertreten sind, ist öffentlich zugänglich und dauert bis zum 18. Dezember.

Neben dukta sind 33 weitere Projekte nominiert

Was halten Sie von „flexiblem Holz“?

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Keine Bank-Krise in Sicht

Keine Bank-Krise in Sicht

Liebende rund um den Globus schwören sich darauf ewige Treue, Fussballer hingegen hassen sie wie die Wadenzerrung. Und irgendwo auf der Welt befindet sich jetzt, gerade in diesem Moment, ganz bestimmt eine in der Krise: Die Bank. Lassen wir letztere weg, und wenden uns lieber den ersten beiden Exemplaren zu. Also der Sitzbank.

Klassisch schlicht – das Modell 20 R von www.pluemecke.de

Zwei Bretter unterm Hintern, zwei Bretter im Rücken, einfacher kann eine Bank nicht sein. Den Prototypen gibt’s in jedem Park zu bestaunen – und im wortwörtlichen Sinne zu besitzen.

Bequem und doch robust – Parkbank Stahl/Kiefer von www.ajprodukte.at

Die luxuriösere Variante (hier ein Beispiel von AJ Produkte) verwendet eine Vielzahl an schmalen Latten, welche den Sitzkomfort und damit auch die Verweildauer deutlich erhöhen.

Wächst, wohin der Künstler will – Spaghetti Bench von Pablo Reinoso (www.pabloreinoso.com)

Das profane, klassische Gebrauchsmodell der Sitzbank hat aber durchaus Potenzial, wie die künstlerische Interpretation des argentinischen Designers Pablo Reinoso demonstriert.  (Nicht immer müssen es also unbedingt halluzinogene Substanzen sein, welche Realität und Surrealität miteinander verschmelzen lassen. Manchmal reicht auch schon ein zünftiger handwerklicher Eingriff, um die Sitzfläche gen Himmel wachsen zu lassen.)

Farbenfrohe Bank der Designer Fagerström und Abrahamsson (Quelle: www. furnizoom.com)

 

Ebenfalls in einem gewissen Masse der Kunst verpflichtet, scheint dieses Modell aus verschiedenfarbigen, lose zusammengefügten Balken zu sein. Die schwedischen Designer Kristoffer Fagerström und Marcus Abrahamsson verknüpfen dabei Funktionalität mit Verspieltheit; jedes einzelne Exemplar lässt sich durch die farbliche Zusammenstellung zu einem Unikat veredlen.

Infinity Bench von Carl-Fredrik Svenstedt (Quelle: www.furnicraft.info)

Auch aus Schweden stammt dieses zwiebelkringelige Sitz- und Ablagemöbel von Carl Fredrik Svenstedt. Der Architekt verwendet für die Fertigung seiner Möbel modernste CNC-Technologie und lässt seine Bank beinahe in den Schwebezustand geraten.

Die "Bretzelbank" von Abie Abdillah (Quelle: www.coroflot.com)

Etwas, das auch der junge Designer Abie Abdillah aus Indonesien schafft. Seine „Pretzel Bench“ („Bretzelbank“) befreit zudem den Werkstoff Rattan vom Mief des spiessigen Wintergartenmöbels.

Pile Isle Bamboo Bench von Elena Goray (Quelle: www.archithings.com)

Und wenn wir schon bei lange Zeit verpönten Werkstoffen sind: Bambus lässt sich zu einem echten Hingucker im öffentlichen Raum oder auch für den heimischen Garten verarbeiten, wie Elena Goray mit ihrer Pile Isle Bamboo Bench beweist.

Bamboo Bench von Gal Ben Arav (Quelle: www.design345.com)

Anderes Beispiel gefällig? Auch der israelische Designer Gal Ben Arav überzeugt mit Bambus.

Symphonie von L. Michow & Sohn

Zum Schluss noch etwas für Menschen, denen alleine auf der Bank zu sitzen öde erscheint, die gleichzeitig aber auf ein wenig Distanz zum Nebenan beharren. Die Firma L. Michow & Sohn aus Hamburg hat mit „Symphonie“ eine Parkbank entworfen, die zur gepflegten Konversation von Angesicht zu Angesicht einlädt und dennoch die Möglichkeit bietet, dem Gesprächspartner in gepflegter Art und Weise die kalte Schulter zu zeigen, wenns denn sein muss…

Banca Familiar von Valentin Garal (Quelle: www.designwoo.com)

Und sollte mal grad kein geeigneter Gesprächspartner zur Stelle sein, so tuts ja vielleicht auch ein gefiederter Freund. Auf der mit einem Käfig versehenen „Family Bench“ („Familienbank“) des Spaniers Valentin Garal hat bestimmt jeder Bank-Sitzer bald einen Vogel.

 

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