Die Digitalisierung der Musik hat nicht nur bewirkt, dass jede oder jeder Zweite auf der Strasse, im Bus oder gar bei der Arbeit Stöpsel im Ohr trägt. Sie hat auch die Wohnungseinrichtung massgeblich beeinflusst. Das Musikmöbel als zentrales Element in der guten Stube ist ja bereits längst Vergangenheit. Und auch die umfangreiche Stereoanlage samt Kassettendeck, Platten- oder CD-Sammlung ist vom HomeTheater mit Surround-Sound abgelöst worden.

Musikmöbel von KubaStereoanlage von anno dazumal

Seit mp3 und iPod ist die Musiksammlung auf Kleinstformat geschmolzen und hat in der Innenarchitektur kaum noch Gewicht. Wohl buhlen ungezählte Docks, Lautsprechersysteme und Streaming-Lösungen um die Gunst des geneigten Hörers, aber Holz wird als Werkstoff überraschend selten eingesetzt. Mindestens wenn man bedenkt, welche Rolle Holz seit jeher im Instrumentenbau spielt …

Aber es gibt (wie fast immer) interessante Ausnahmen. Einige davon – mit komplett unterschiedlichen Ansätzen – stellen wir in der Folge zur Inspiration vor:

 

tombox

Retro mit Anschluss an die Moderne: tombox von diefabrikRückansicht der tombox 087

Upcycling statt Entsorgung – diese ebenso simple wie bestechende Rezept von „diefabrik“ steckt hinter den auffälligen Unikaten namens tombox. Man nehme einen ausgedienten Lautsprecher aus der Hochzeit des Industriedesigns, füge einen batteriebetriebenen Verstärker samt Lautstärkeregler, einen wiederaufladbaren Akku sowie einen Handgriff hinzu und rüste das ganze mit einem Audio-Eingang aus. Fertig ist das hochwertige Soundsystem für alle Musikspieler mit 3,5 mm Klinkenausgang.

 

all natural speakers

Passiver Verstärker von Yellow Glue Blues

Ganz ohne Strom den Sound des iPhones markant zu verstärken, versprechen die handgearbeiteten Docks von „Yellow Glue Blues“. Dabei kommt die uralte Methode zum Einsatz, den Klang von der Quelle weg durch einen Resonanzkörper zu leiten. Natürlich lässt sich damit kein Tanzsaal beschallen, aber dafür macht das passive System auf dem Schreibtisch optisch was her.

 

ITREE

Exklusiv: ITREE von KMGK Studio

Auf der anderen Seite der Skala findet sich das Projekt ITREE des Designstudios „KMKG“ aus Graz in Österreich. Allein schon, was die Grösse anbelangt: Zwischen zwei und vier Meter lange Baumstämme aus heimischen Wäldern können sich die audiophilen Kunden aussuchen. Mit eigens entwickelten Werkzeugen ausgehöhlt und getrocknet wird das Holz zu einem einzigartigen Resonanzkörper. Diesen rüsten Akustik-Spezialisten mit Lautsprechern aus. Anschliessend wird der Stamm wieder verschlossen. Das Klangobjekt kann je nach Wunsch mit Dockingstation, CD-Player, W-Lan-Streaming oder gar mit Plattenspieler geliefert werden. Preis ist Verhandlungssache …

Rückansicht des ITREE

 

 HOHRIZONTAL 51

HOHRIZONTAL 51 überzeugt durch schlichte Eleganz

An Schlichtheit und Eleganz kaum zu überbieten – so kurz und treffend kann das HOHRIZONTAL 51  von „finite elemente“ beschrieben werden. Kraftvoller Sound aus einem funktionalen Regalboard. Ganz ohne störende Kabel und Geräte, mit Anschlüssen für mp3-Player, Computer, Fernseher, Handy und iPod sowie einer mitgelieferten Fernbedienung. Sechs Lautsprecher sind in der Faserplatte untergebracht und sorgen zusammen mit dem 100-Watt-Verstärker für satten Klang. Sieben Farbvarianten in matter oder hochglänzender Ausführung machen das Soundboard zum Blickfang. Der Namenszusatz 51 bezieht sich übrigens auf die geringe Bauhöhe von eben 51 Millimetern.

Detail des Soundregals von finite elemente

 

HOHRIZONTAL 51 als TV-Lautsprecher

 

Merke: Inspiration ist keine Aufforderung zur Kopie!

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Wir sind gespannt auf Ihre Beiträge!


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